INTERVIEW MIT DER FIRMA GERHARD PFEIFFER GMBH IM APRIL 2002

RAINER PFEIFFER
GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER

Welches Veränderungsprojekt stand damals an?

Herr Pfeiffer: Wir hatten damals eine sehr schwierige Phase: Wir hatten Konkurse von zwei unserer großen Kunden zu verkraften. Zusätzlich gab es speziell von Großkunden Umlagerungen nach Osteuropa zu beklagen, so dass wir die damalige Mitarbeiterzahl von 90 auf 60 reduzieren mussten. In dieser schwierigen Situation des wirtschaftlichen Einbruchs galt es zu entscheiden, wie es grundlegend weitergehen soll. Gemeinsam mit unserem Steuerberater beschlossen wir, eine Unternehmensberatung zu Hilfe zu nehmen, um das Unternehmen neu zu gestalten und ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. Unser Steuerberater sprach eine Empfehlung aus, und so kam es zu Krisengesprächen mit den beteiligten Beratern. Schnell bauten wir Vertrauen in die Berater auf und entschieden, zusammen mit ihnen das notwendige Veränderungsprojekt zu starten. Unser Steuerberater ist laufend über die Fortschritte in dem Veränderungsprojekt informiert worden und war mit dabei, als wir den Banken die Strategie und die geplanten Veränderungen vorstellten. Bei den Banken ist das erarbeitete ganzheitliche Konzept sehr gut angekommen, sie standen voll und ganz hinter dem Projekt und haben aufgrund dieses Gespräches die notwendigen finanziellen Mittel freigemacht. Schließlich kostet jede Veränderung auch Geld, und man kann mit der Umsetzung erst beginnen, wenn auch die Mittel hierfür sichergestellt sind. Nicht unwesentlich war die empfohlene Vorgehensweise, dass es seitens der Geschäftsinhaber sozusagen die 'zukünftige Generation' und nicht der Seniorchef es war, welche das Konzept vorstellten.

Welche Gründe sprachen für die Auswahl der Berater?

Herr Pfeiffer: Wir sind rein der Empfehlung unseres Steuerberaters gefolgt, haben keine weiteren Angebote eingeholt. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Steuerberater, die uns immer hervorragend beraten; und wir sind sozusagen gemeinsam groß geworden. Zu früheren Zeiten - etwa fünf, sechs Jahre zuvor - hatten wir Unternehmensberater im Hause gehabt und hatten mit ihnen sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Aufgrund dessen sind wir ziemlich skeptisch gewesen was Unternehmensberater betrifft. Überzeugt hat uns die Art und Weise, wie Herr Dr. Knips die verfolgte Philosophie präsentiert hat: Eben nicht bei uns eine IST-Aufnahme machen zu wollen und unsere Firma dann in ein 'Schema F' zu pressen, sondern gemeinsam mit allen Beteiligten - also auch mit den Mitarbeitern - ein Grundkonzept zu erarbeiten, das Sinn macht. Alleine, d.h. firmenintern, kommt man einfach nicht weiter. Man braucht hier die Unterstützung eines Unternehmensberaters.

Welche weiteren Anforderungen stellen Sie an eine Beratung?

Herr Pfeiffer: Beratung sollte ein ganzheitliches Konzept realisieren können, d.h. sie darf sich nicht nur auf Geschäfts-Prozess-Optimierung (GPO) beschränken, sondern muss auch Absatzmärkte, Logistik, Kostenrechnung, etc. berücksichtigen. Dies sind Bereiche, die man für die Führung eines Betriebes benötigt. Der Berater sollte Ansprechpartner sein, der wirklich weiterhelfen kann, und er sollte Vertrauensperson sein - und dies nicht nur für die Geschäftsleitung, sondern vor allem auch für den einzelnen Mitarbeiter. Holt man einen Unternehmensberater ins Haus, so ist seitens der Mitarbeiter immer die Angst da, entlassen zu werden. Eine Aufgabe des Unternehmensberaters sehe ich darin, Mitarbeitergespräche zu führen. Gegenüber der Geschäftsleitung bzw. dem Fachbereichsverantwortlichen soll der Berater Konsequenz zeigen und offen sagen, ob man auf den betreffenden Mitarbeiter verzichten kann bzw. sogar muss. In unserem Fall wurden tatsächlich einige Mitarbeiter entlassen, nicht aus Kapazitätsgründen, sondern aufgrund ihrer Denkweise, weil sie wichtige Faktoren wie das Betriebsklima, den Ablauf und die Umsetzung gestört hatten.

Und die kfu-Berater haben Ihren Anforderungen entsprochen?

Herr Pfeiffer: Ja, voll und ganz. Das Veränderungsprojekt war wirklich ganzheitlich: Unter der Regie von Herr Dr. Knips wurden die Prozesse (vom Markt und der Angebotsbearbeitung bis hin zur Fertigung sowie von der Fertigung bis zur Rechnungsstellung) strategiekonform im Detail neu definiert. Herr Friedmann stieß als weiterer Berater hinzu und optimierte mit einem Team den Bereich Logistik (Einkauf und Materialwirtschaft). Die kfu genießt wirklich absolutes Vertrauen - bei Geschäftsleitung und Mitarbeitern - hat die Gratwanderung zwischen beiden gemeistert, indem sie einerseits als Ansprechpartner und neutrales Sprachrohr für Sorgen und konstruktive Kritik unserer Mitarbeiter diente, ohne den betreffenden Mitarbeiter gegenüber der Geschäftsleitung bloßzustellen. Wenn dieser Mitarbeiter dann später bemerkt, dass seine gegenüber dem Berater geäußerten Anregungen im Unternehmen realisiert worden sind, fühlt er sich in seiner Sache bestätigt. Speziell in der schwierigen ersten Phase der GPO-Umsetzung wurde Herr Dr. Knips nicht selten angerufen. Die Gratwanderung gemeistert hat die kfu, indem sie andererseits uns auch offen Namen von Mitarbeitern nannte, die sie als nicht integer ansah. So etwas erwarte ich von einem guten Berater, und Herrn Dr. Knips und Herrn Friedmann schätze ich beide sehr.

Was sind aus Ihrer Sicht die besonderen Stärken der kfu-Berater?
Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit mit der kfu?

Herr Pfeiffer: Fast täglich erhält man per Post Angebote von Beratern. Die kfu gehört zu den seriösen Unternehmensberatern und macht alles andere als eine 08/15-Beratung. Man hätte übrigens auch jederzeit abbrechen können, was bei Pauschalangeboten nicht gegeben ist. Die kfu-Berater sind immer da, wenn man sie braucht, und sie melden von sich aus, fragen nach, wie's bei uns läuft, geben Tipps und Anregungen, was man zusammen künftig noch realisieren könnte bzw. sollte. Die Zusammenarbeit empfinde ich als sehr positiv, ich bin mit der kfu-Beratung sehr zufrieden. Und in dem langen Veränderungsprozess, der über 1,5 Jahre ging, ist das Vertrauensverhältnis immer mehr gewachsen.

Was lief aus Ihrer Sicht besonders gut bei den Seminaren und Teamsitzungen?

Herr Pfeiffer: Der Teilnehmerkreis war sozusagen bunt gemischt, d.h. er bestand sowohl aus Führungskräften als auch aus Maschinenbedienern, um eine Grundtransparenz und ein Maximum an Ideenpotential zu erhalten. Schließlich hat ein jeder seine spezifische Denkweise, kann seine Ideen beisteuern und somit seinen Beitrag leisten. Was mir ganz besonders gut gefallen hat ist die Art und Weise, wie die Sitzungen ablaufen. Es ist immer so, dass die Teilnehmer alles selbst erarbeiten, der Berater gleichzeitig aber eine gewisse Grundvorplanung hat und auf Hilfsmittel wie beispielsweise Brainstorming zugreift. Auf eine spielerische, leichte Art kommt man an eine Sammlung von Ideen und Daten heran, die man sonst nicht ohne weiteres parat hat. Es ist für jedes Teammitglied wirklich faszinierend, wie schnell man Daten zusammentragen und anschließend aus den Einzelteilen des Puzzles ein Bild gestalten kann.

Wie empfinden Sie den zeitlichen Aufwand Ihres Unternehmens im Projekt?

Herr Pfeiffer: Angesichts unserer damaligen schwierigen Situation mussten wir über unseren Schatten springen und gewisse Geduld aufbringen. Mit scharfem Auge kontrollierten wir die Fortschritte, um jederzeit reagieren zu können. Ein Beratungsprojekt steht und fällt mit der Einstellung der Geschäftsleitung. Man kann Veränderungen im Unternehmen nicht mit der Peitsche durchsetzen. Veränderungen brauchen Zeit. Und für unsere Firma kann ich sagen: Es hat sich gelohnt. 

Welche Projekte stehen im Bereich Beratung in naher Zukunft an?

Herr Pfeiffer: Wir - die Firma Pfeiffer und die kfu - pflegen unseren Kontakt und haben uns einige Grundtermine gesetzt, um die definierten Strategien zu überarbeiten, die Prozesse weiter zu optimieren, zu verfeinern. Auffrischen und Feintuning sozusagen.

Herr Pfeiffer, ich danke Ihnen vielmals für das Interview.

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